Archiv der Kategorie 'An den Rand gekritzelt'

Gesang vom sardischen Popanz

Es geht um Gemeinplätze, das muss man vorab sagen, um Allgemeinplätze, die natürlich total kritisierenswert sind, rundum abzulehnen, nachgerade Ausdruck ultimativer Verdammnis. Domenico Losurdo fühlt ganz tief mit Gramsci:

Die entschiedene Parteinahme für die Sowjetunion wird bei Gramsci jedoch nie zu vulgärer Apologetik oder Selbsttäuschung. Wir haben es vielmehr mit einer im tiefsten Wortsinn kritischen Haltung zu tun, die nicht Ausdruck von Kälte und Distanz, sondern besorgter Anteilnahme für die Entwicklungen nach der Oktoberrevolution ist. Hier ein erhellendes Beispiel für Gramscis Herangehen.

Vulgäre Apologetik, tiefster Wortsinn, kritische Haltung, nicht Ausdruck von Kälte und Distanz, besorgte Anteilnahme… In 80 Phrasen um die Welt, und die hier stammen aus bloß einem Absatz!
Losurdo, der große Deutschland- und Stalin-Versteher unter den ECHTEN Kommunisten (und übrigens ein sehr präziser, sehr viel ergiebiges Material zusammentragender Philosophiehistoriker, darf man auch nicht übersehen), bespielt in der Jungen Welt die Themenseite mit einem Stück über »Antonio Gramsci und die Sowjetunion«. Hier also das erhellende Beispiel für Gramscis Herangehen.

Mit anderen Worten, Gramscis Kritik endet nie in dem »puren Defätismus«, den er in den »Gefängnisheften« Boris Souvarine vorwirft. Dieser, früher ein führender Repräsentant der Französischen Kommunistischen Partei und der Dritten Internationale, dann ein immer schärferer Kritiker des Bolschewismus und der Sowjetunion, beginnt seit 1930 seine Vorwürfe in La Critique sociale zu veröffentlichen. Gramsci verfolgt diese Zeitschrift aufmerksam – und verurteilt ihre Unfähigkeit, die tragischen Schwierigkeiten beim Aufbau einer neuen sozialen Ordnung zu begreifen. Wie (der französische Historiker, d. Red.) François Furet befriedigt feststellt, gehört Souvarine »zu der Kategorie von Intellektuellen, die eine sarkastische Freude daran empfinden, gegen eine möglichst große Zahl von Leuten recht zu behalten«. Genau diese Besserwisserei wird in den »Gefängnisheften« ins Visier genommen: »Durchweg Gemeinplätze, geäußert mit der Überheblichkeit dessen, der von sich sehr überzeugt ist. (…) Ja, es geht darum, an der Schaffung einer Elite zu arbeiten, doch diese Arbeit kann nicht abgekoppelt werden von der Arbeit der Erziehung der großen Massen; im Gegenteil, diese beiden Aktivitäten sind in Wirklichkeit eine einzige, und eben dies macht das Problem so schwierig (…); es geht schließlich darum, zugleich eine Reformation und eine Renaissance zu haben«. Folglich: »Offenkundig läßt sich der Molekularprozeß der Durchsetzung einer sich entwickelnden neuen Zivilisation nicht verstehen, ohne den historischen Zusammenhang von Reformation und Renaissance verstanden zu haben.«

Wir erfahren mit keiner Silbe, was Souvarine tatsächlich gesagt hatte. Aber es muss sich um Gemeinplätze handeln – die dann aber allesamt Gramsci nachliefert: Schaffung einer Elite, die aber nicht abgekoppelt sein darf von der Erziehung der großen Massen blablabla … im Gegenteil … in Wirklichkeit. Preisfrage: Worin besteht der kommunistische Gehalt in der Schaffung einer Elite (die sich grundsätzlich von einer Avantgarde unterscheidet, entweder weiß Gramsci nicht um den Unterschied, schlimm genug, oder er meint es ernst mit der Elite)? Was daran müsste einen Konservativen wie Furet eigentlich abstoßen? Machen Sie mal einen Blindfold-Test! Auf wenn tippt Ihr gegenüber? Gramsci ist der Richard David Precht der Linken.
Vielmehr: Er wurde dazu gemacht, Losurdo oder auf der anderen Seite des Ufers WF Haug stricken bis heute an der Legende, dass mit Gramsci der Marxismus so richtig schön tiefergelegt wurde (werden musste! wieso eigentlich?), so richtig gründlich verankert im Kulturleben der Massen. Die Tragik besteht darin, einem sehr skrupulösen, ernsthaft bemühten, einst als Parteiführer dann doch irgendwie integrativ zu wirken versuchenden (nachdem er nolens volens den Ausverkauf der italienischen Kommunisten an »Moskau« betrieben hatte), im Knast buchstäblich um sein Leben schreibenden Isolierten zu einem philosophischen Superstar aufzublasen. Es ist aber nur ein Popanz. Don’t blame it on him.

Known Unknowns

Für Donald Rumsfeld!

When one evening the linguistic philosopher Noam Chomsky remarked at dinner in Trinity College that the foundations of his theory of language were »fundamentally unknowable aspects of the mind,« Sraffa commented sharply: »Then how can you talk about it?«

(Aus: John Eatwell, „Piero Sraffa: Seminal Economic Theorist 1898-1983″, Science & Society, Vol. 48, No. 2 (Summer, 1984), pp. 211-216)

Nachtrag:

In his early work (particularly in the Tractatus Logico-Philosophicus), Wittgenstein used an approach that is sometimes called „the picture theory of meaning,“ which sees a sentence as representing a state of affairs by being a kind of a picture of it, mirroring the structure of the state of affairs it portrays. There is an insistence here – it can be said at the risk of some oversimplification – that a proposition and what it describes must have the same logical form. Sraffa found this philosophical position to be altogether erroneous, and argued with Wittgenstein on the need for him to rethink his position.
According to a famous anecdote, [in 1929] Sraffa responded to Wittgenstein’s claim by brushing his chin with his fingertips, which is apparently readily understood as a Neapolitan gesture of skepticism, and then asked, „What is the logical form of this?“
(…)
The conversations that Wittgenstein had with Sraffa were evidently quite momentous for Wittgenstein. He would later describe to Henrik von Wright, the distinguished Finnish philosopher, that these conversations made him feel „like a tree from which all branches have been cut.“

(Aus: Amartya Sen, “Sraffa, Wittgenstein, and Gramsci”, Journal of Economic Literature, Vol. 41, No. 4 (Dec., 2003), pp. 1240-1255)

Deadlocked

Nachtrag zum gestrigen Fußball-Beitrag.
Hier ein Bild, das ich auf der Fußball-Taktik-Seite zonalmarking.net gefunden habe. Es ist eine Momentaufnahme aus dem 2010er WM-Spiel Spanien-Schweiz. Die Schweizer spielten brutal-hässlichen Beton-Fußball und gewannen 1:0. Die WM hatte gerade erst begonnen, und Spanien stand schon vor einem Wendepunkt.

Der treffende Kommentar der Analytiker:

The lack of Spanish width was incredible – look at this shot from the first half, with Spain’s four attacking players within a ten-yard square in the centre of the pitch, allowing the Swiss defence to concentrate on such a narrow space, leaving the flanks completely free.

Dieser Schnappschuss demonstriert, in was für eine Sackgasse das Tika-Taka-Spiel geraten kann. Del Bosque lernte aus dem Desaster und ersetzte David Silva, mittlerweile wieder Stammspieler, im laufenden Turnier durch Pedro resp. Jesus Navas. Also Flügelspieler, die von außen kommend David Villa, eben kein typischer Strafraum-Spieler, bedienten. Der weitere Verlauf des Turnier gab ihm recht.
Zwar spielt auch Barcelona mit Flügelspielern, sehr extensiv sogar (die Verteidiger Dani Alves und Jordi Alba rücken weit nach vorne), aber es fehlt an Geschwindigkeit oder besser gesagt: die fehlende Geschwindigkeit macht sich zunehmend bemerkbar, dann nämlich wenn die gegnerischen Mannschaften auf die seltenen Ballverluste Barcas mit Highspeed-Attacken, wie sie Ronaldo oder vor kurzem noch Drogba starten konnten, reagieren.

Die Zauberformel lautet …

Ich glaube, es war nach dem Weltmeistertitel und in der letzten wirklich glanzvollen Saison Pep Guardiolas als Barca-Trainer, dass die katalanische Sportpresse sich bei Spielen der Nationalmannschaft gar nicht einkriegen konnte: auch die Nationalelf spiele ja wie Barca und das sei somit Ausdruck der ultimativen Dominanz – der Erfolg der Nationalmannschaft also kein Produkt des endlich gefundenen Kompromisses zwischen Real- und Barca-Spielern, sondern einfach eine Verlängerung katalanischer Fußball-Kunst, der sich auch Sergio Ramos oder Xabi Alonso, die madrilenischen Ultras, klaglos unterzuordnen hätten.
Das stimmte zwar schon damals nicht so ganz, weil Vicente Del Bosque wesentlich defensiver als Guardiola denkt und maximal einem Außenverteidiger die Eskapaden als verkappten Flügelstürmer erlaubt (2010 – Sergio Ramos, 2012 – Jordi Alba), während bei Barca es beide Außenverteidiger machen, was bedeutet, dass sich dann Busquets in die Defensive zurückfallen lasssen muss.
Und das stimmt für den EM-Gewinn 2012 erst recht nicht.
Ganz deutlich wird das, wenn man das Spiel der spanischen Nationalmannschaft mit dem aktuellen – nein: leider »ewigen« – Spiel des FC Barcelona vergleicht. Die Zauberformel lautet nicht »Barcelona for ever« (ach, immer das Gejammer, wir können nur unser System spielen, wir werden daran festhalten und wenn wir uns vertrauen, sind wir unschlagbar, notfalls gehen wir mit unserem System unter, määh määh määh), sondern Kurzpassspiel + Premier-League-Veredelung + Akzeptanz der Mourinho-Lektionen. Del Bosque macht als Trainer vielleicht wirklich nicht viel, aber er muss wohl als Typ enorm integrativ sein (ist zwar im konservativ-klerikal-autokratischen Real-Milieu groß geworden – als Spieler und als Trainer –, kommt aber aus einem sozialistisch-republikanischen Elternhaus, steht also für den Antifaschismus, den Barca etwas dreist für sich reklamiert) und vor allem versteht er es, die spielerisch-taktischen Zutaten nahezu perfekt zu mixen, etwas was Van Gaal, Cruyff und ihr Schüler Guardiola – also die angeblichen Totalgenies des modernen Fußballs – in ihrem Kurzpass-Ballbesitz-»Defensive funktioniert auch mit drei Mann«-Dogmatismus nicht können (José Mourinho kann es auch, hinterlässt aber als Trainer bislang stets – durch Intrigen, Wagenburgmentalität, Paranoia etc.pp. – ausgelaugte Mannschaften).
Schauen wir kurz auf die Spanier, wie sie sich während der EM präsentiert haben: Der Ausfall Carles Puyols in der Innverteidigung erweist sich als »Glücksfall«, Del Bosque beordert den Rechtsverteidiger Ramos nach innen, wo er sich auch noch mit Gerard Piqué vertragen muss: Die beiden mögen sich nicht, katalanischer Nationalist der eine, andalusischer der andere, dann noch der Barca-Real-Hass etc.pp., und Del Bosque weiß, wenn die sich nicht vertragen, geht alles schief. Sie vertragen sich. Und Ramos, ein umgeschulter Stürmer (so spielt er halt, wir kennen die Bilder von der WM 2010), bleibt auch noch brav in der Defensive, kaum Ausbrüche nach vorne. Man wächst an seiner Verantwortung. Rechts spielt dafür Alvarao Arbeloa (2007-2009 beim FC Liverpool!), über den keiner spricht, weil er so schnörkellos und unspektakulär auftritt, aber der ist ein harter Hund, kleine Nickeligkeiten, gutes Tackling, schnelle Spieleröffnung, nix Besonderes, aber genau das braucht Del Bosque. Links darf dann Jordi Alba tatsächlich nach vorne stürmen. Vor der Abwehr packt Del Bosque mit Xabi Alonso, Xavi und Sergio Busquets ein defensives Mittelfeld, das diesen Namen verdient, eine zweite Abwehrreihe, wie sie Mourinho nicht besser hätte erfinden können, wobei Alonso und Busquets als Doppelsechs agieren und Xavi etwas weiter nach vorne aufrückt. Vorne dann Verzicht auf den Stürmer, dafür rotierend Silva-Fabregas-Iniesta. David Silva war 2011/12 der beste Spieler von ManCity, Cesc Fabregas, zu dem später mehr, ist eigentlich immer noch der beste Arsenal-Spieler der letzten zehn Jahre, eine prägung, die ihm bei Barca schwer zu schaffen macht. Also vorne regiert die Premiere League, angefeuert von den genialen Zuspielen Andres Iniestas. Die Alternativen, die sich Del Bosque vorbehält, sind fantastisch, de facto aber zweitranging: Pedro und Jesus Navas – zwei Flügelspieler – kann er bringen, wenn er Weite braucht, wenn die Abwehrketten der Gegner noch weiter aufgerissen werden sollen. In Juan Mata (2011/12 bester Spieler von Chelsea) und Santi Cazorla (aktuell bester Spieler von Arsenal) hat er zwei verkappte Stürmer, die perfekt Silva und Fabregas ersetzen/ ablösen können, mit dem bulligen Negredo, dem tragischen Torres (Liverpool, Chelsea) und dem überraschend pfiffigen Llorente kann er drei klassische Stürmer, die aber allesamt taktisch weiterdenken als, sagen wir, Mario Gomez, aufbieten – für die Durchschlagskraft. Demnächst kommt dann noch der Senkrechtstarter Michu (aktuell bester Spieler von Swansea) hinzu, und der hat gerade alles im Überfluss – Durchschlagskraft, Passsicherheit, Geschwindigkeit, Mannschaftsdienlichkeit.
»Premiere-League-Veredelung« meint hier dreierlei: 1. Vertikalität (der schnelle Pass nach vorne – im Gegensatz zum horizontalen Barca-Spiel); 2. Geschwindigkeit (ergibt sich zwingend aus der Vertikalität); 3. Definition von Räumen. Letzteres ist entscheidend: Das Spiel von Braca findet INNERHALB eines Raumes statt, es heißt ja auch: Telefonzellen- oder Billard-Fußball (der Billard-Raum ist sehr statisch!), und die Botschaft lautet: Mögen die Räume noch so eng sein, wir passen passen passen und finden immer jemanden von uns, den wir anspielen können, und irgendwann macht ihr einen Fehler, dann ist die Lücke da, mag sie auch noch so klein da, und der Floh hüpft durch und mit ihm der Ball… Klingt todsicher, ist aber bereits mehrfach entschlüsselt worden: Mag sein, ihr findet eine Lücke und stoßt durch, dann findet ihr dahinter noch eine Abwehrreihe, und wenn IHR mal den Ball verliert, bringen wir ihn sofort nach vorne und umkurven (Ronaldo hätte auch als Leichtathlet beste Chancen auf Weltruhm!) einfach eure Innenverteidigung, denn hinten auf den Flügeln steht keiner mehr. Barcelona würde derzeit selbst gegen Hannover96, die ja einen für ihre Verhältnisse mitreißenden Offensivfußball spielen, Gegentreffer kassieren.
Dagegen definiert das vertikale Spiel resp. der vertikale Pass in der Offensive Räume, weil der Ball schnell nach vorne gebracht wird, die Abwehrkette erst in die Tiefe und dann durch einen aufgerückten gegnerischen Flügelspieler (oder jemanden wie Jordi Alba) in die Breite gezogen wird – auf einmal ist ganz viel Platz da. Del Bosque lässt so spielen (denkt an die ersten beiden Tore gegen Italien im EM-Endspiel), und die Leute, die ihm (auch) in Zukunft dafür zur Verfügung stehen, sind eher nicht von Barca, sondern heißen: Michu, Mata, Silva, Cazorla, Jesus Navas (David Villa wird Barca Ende der Saison verlassen, Fabregas ist und bleibt ein Arsenal-Spieler).
Jetzt der Blick auf Barca: Pep Guardiola, der große Fußball-Philosoph, immer mit einem Kant-Reclam-Heftchen in der Anzugtasche und einem Hermann-Hesse-Zitat auf den Lippen, er konnte 2010/11 nichts mit Ibrahimovic anfangen (den er aber unbedingt haben wollte!), er hat zuvor Eto’o fahrlässig abgeschrieben, er hat in seiner letzten Saison unbedingt Fabregas haben wollen, konnte aber ebenfalls kaum etwas mit dessen risikofreudigem, offensivem Vertikalspiel anfangen, weswegen der wie ein Schluck Wasser in der Kurve hängt, dann holte G. noch Alexis Sanchez, den man entweder an seiner Entfaltung als Stürmer hindert (alle Augen auf Messi) oder der es schlicht nicht besser kann. Einen Strategen in Sachen Personalplanung kann man Guardiola nicht nennen. Der jetzige Barca-Trainer Tito Vilanova hat das zu korrigieren begonnen – zumindest im Fall von Fabregas, der im herbst endlich an seine geniale Arsenal-Zeit anknüpfen konnte --- und durfte!, aber sonst? Hat man Alexandre Song geholt, eine weiteren defensiven Mittelfeldspieler (was sollte das?), setzt man David Villa nach seiner langen Verletzungsauszeit nicht ein, zumindest nicht so, dass der Spieler an seinen Einsätzen wachsen kann, frustriert man seinen eigenen besten Nachwuchsspieler Cristian Tello durch Bankdrückerei. Andere hoch gelobte Nachwuchskräfte (Montoya, Bartra) kommen noch seltener zum Zug. Alles Stillstand, Selbstgefälligkeit, Musealisierung. Der Verein ist unfähig, ein Jahr zur Neufindung und Überbrückung einzuplanen resp. durchzuziehen (wie das gerade, mit dann doch überaschend großem Erfolg, der AC Mailand praktiziert).
Und jetzt ist auch noch Tito, der tatsächlich ein bisschen weiter blicken kann, schwer erkrankt, was die Mannschaft noch mehr auf sich zurückwirft, noch mehr in ihren längst dechiffrierten Spielcodes erstarren lässt. Sie haben sich selbst in ihrem Kurzpassspiel eingekerkert, auf einmal sieht es jeder – das ist ja berechenbar, dies Tänzeln auf engstem Raum! Virtuos, aber kaum variabel. WIR warten jetzt auf EUREN Fehler, und dann überrennt jemand schlicht und ergreifend den schnaufenden Dieseltruck Puyol.
Puyol ist mittlerweile ein Problemspieler, Xavi kann seine mangelnde Geschwindigkeit auch immer weniger durch seinen Passspielautomatismus kompensieren, Messi ist innerhalb seiner Mannschaft schlicht unkontrollierbar, steht häufig da, wo er nicht stehen sollte, staubt immer mehr ab, liefert weit vorne kaum noch frische Ideen, offensichtlich kritisiert ihn keiner mehr. Wenn sie demnächst Neymar holen werden (die Gerüchte könnten aber auch ein Medienhype sein), könnte sich die Ibra-Nr. wiederholen, denn irgendjemand müsste Messi einfangen und ihm klar machen, dass Barca nicht SEINE Mannschaft ist. Das will keiner, das kann keiner, daran denkt vermutlich auch niemand im Verein.
Die Idee von Cruyff und später Van Gaal war: Wir entwickeln ein System, das in sich ruht, das nicht darauf abzuzielen braucht, sich immer wieder neu auf die Gegner einstellen zu müssen. One size fits all. So eine Art historische Invarianz. Klar, wer IMMER im Ballbesitz ist (und bei Verlusten sofort zur Balleroberung ansetzt, also weiter angreift), der braucht sich keine Gedanken über die Taktik der anderen zu machen, denn die haben ja keinen Ball. Was sollen die denn machen?
Heute weiß man: Sie können eine Menge machen.
Die Idee in einem ultraflexiblen Spiel wie Fußball ein System zu installieren, was dieser Flexibilität diametral entgegensteht, mag verführerisch sein, ist aber auf Dauer undurchführbar – logisch unmöglich. Die jüngsten Niederlagen Barcas waren heftig und kamen plötzlich, überraschend war diese Entwicklung nicht. Die Pointe von Del Bosques Erfolg als Nationalcoach besteht vermutlich einfach darin, sich zu sagen, dass es per se keine spanische Dominanz gibt — nicht als Ausgangspunkt!, dass man sich immer wieder einstellen muss, wobei die Schritte minimal sein können. Aber es müssen welche folgen. Nach vorne, vertikal.

Hallo Partner!

Rheinischer Karneval (Schunkeln in Gitti’s Eckkneipe) = DKP

Kampftrinken = MG / GSP

Pfadfinderlager ab 14 J. = MLPD

90er Jahre Rave (mit Westbam!) = Um’s Ganze

Maskenball in der Loge des Großen Orients = Bordigisten

Weihnachtsfeier mit finnischen Holzfällern = Wildcat

Pfadfinderlager ab 16 J. = SAV

Evangelische Beat-Messe Oer-Erkenschwick = Autonomes Zentrum Kalk

Nachts sich Zugang zum Vereinsheim des Tennisclubs der Eltern verschaffen, dort mit ein paar Kumpels die Clubbar leersaufen, dann dem Erwachsenwerden langsam entgegen dämmern = antideutsche Ideologiekritiker

Dönerbude Eberswalder/Ecke Schönhauser, 4 Uhr morgens = Werner Pirker