Archiv für Januar 2013

Non Consumiamo Marx!

Ganz selten, historisch bislang vielleicht nur einmal, hat es die Anstrengung gegeben, die musikalische Avantgarde mit der politischen zusammenzubringen. Und zwar in einer Radikalität, die der Musik wie der politischen, hier: der kommunistischen Haltung angemessen ist: ein Zusammenkommen, das selbst radikal ist. Wir reden also nicht von Komponisten, die sich auch einmal politisch geäußert/ positioniert/ betätigt haben, auch nicht von solchen, die mit ihrem Umfeld gebrochen haben, um dann Gebrauchsmusik zu schreiben – das krasseste Beispiel ist sicherlich Cornelius Cardew mit seiner Hingabe ans naive Volkslied –, und auch nicht von solchen Komponisten, die ihre Arbeit per se politisch verstehen, indem sie von einer radikalen Immanenz ausgehen – die Arbeit ist gerade dann politisch, wenn sie nicht politisch ist/ wenn sie die politische Etikettierung nicht nötig hat (kein Zweifel, das ist sicherlich die ergiebigste Haltung).
Die Rede ist von einer Arbeit wie »Non Consumiamo Marx«, einem Stück Agitprop, das aber auf alle Mittel des Agitprop verzichtet, gleichzeitig aber nichts anderes als genau das sein will: Agitation. Ein Widerspruch, der sich nur in einer radikalen Form, die ebenso unkonventionell und buchstäblich non-konform wie radikal zugänglich ist, bewegen kann. Zu dieser Form muss man auch schon den Titel zählen, Hört auf, Marx zu konsumieren!, der nicht nur auf die linke (linksakademische) Kunst-Schickeria abzielte, sondern sich auch an die Aktivisten selbst wendet, sich nicht länger auf die Gewissheiten der sitzenden Marx-Lektüre zu verlassen.
»Non Consumiamo Marx« ist ein Stück tape-music, das Luigi Nono 1969 produzierte und das bis heute keine Neuveröffentlichung erfahren hat (die historische LP wird bei Ebay oder Discogs ab mindestens 100 Euro gehandelt). Es handelt sich um kein offiziell verworfenes Stück, es findet sich im Werkverzeichnis gelistet, allerdings um ein Stück, das zumindest Nonos Erben für irrelevant halten müssen. Auf den »Complete (!!) Works for Solo-Tape« findet es sich jedenfalls nicht, ebenso wenig übrigens wie ein anderes 69er Werk von Nono, in dem er eine Häftlingsrevolte akustisch verarbeitet (»San Vittore 1969«). Mag sein, dass es bald schon dem Meister allzu unterkomplex vorkam, andere Lautsprechermusik-Stücke Nonos sind in der Tat tiefer, verschachtelter, vielschichtiger …, und Ende der 70er Jahre unterzog Nono seiner Arbeit einer radikalen Revision. Aber: die Verklammerung von »Politik« und »Musik« im Medium des Geräusches, die Kombination von Kompromisslosigkeit und ostentativer Einfachheit (es ist sofort klar, worum es geht) ist hier doch tatsächlich gelungen. Dieser Impuls wurde aber in späteren Jahren kaum aufgenommen. Weil diese Verklammerung schon wieder brüchig war? Weil der reale politische Moment fehlte, auf den sich »das Geräusch« bezog? Die Attacke gegen Marx-Konsumismus behält aber ihre Gültigkeit.
Auf diesem Blog habe ich ein paar interessante Informationen gefunden. Und ist das nicht bemerkenswert? Nono war in der KP Italiens engagiert und führte »Non Consumiamo Marx« sozusagen auf Geheiß der französischen KP auf – wie wir wissen, und es war damals schon jedem Militanten bekannt, zwei der reaktionärsten Kräfte des alten Europa. Selbst so ein klobiges Stück Lärm kann also klüger als sein unendlich feingeistiger Schöpfer sein…

During the 1960s, in addition to his boycott of official, bourgeois concert venues, Luigi Nono (1924-1990) abandoned orchestral music in favor of works for magnetic tape, supposedly easier to set up in the streets or in factories on light PA systems, as the composer wanted to connect with workers directly. Accordingly, in 1968, Nono decided to boycott the Venice Biennale, which was considered by leftists a »fortress of bourgeois art«. The 1968 Biennale was marked by student protest, gallery occupation and violent riot police confrontations (see pictures below). In 1969, Nono used audio recordings from these events in Non Consumiamo Marx, or Don’t Consume Marx, to protest against the compulsory Biennale. Both Un Volto, Del Mare and Non Consumiamo Marx were premiered at Fête de l’Huma in 1969, the annual French Communist Party festival, where Nono was invited as a member of the Central Committee of the Italian Communist Party. Those were the days…

Für jeden Stuss findet sich ein Kulturwissenschaftler, der ihn zu einem originellen Gedanken adelt

Marx-Engels-Lobhudeleien sind ein beliebtes Subgenre des bürgerlichen Feuilletons, das längst auch Wirtschaftsjournalisten anzieht. Es war irgendwann im letzten Herbst, als das Handelsblatt in einer Sonderbeilage die wichtigsten ökonomischen Werke vorstellte und auf Platz 1 »Das Kapital« wählte, während Smith und Keynes nur unter ferner liefen rangierten und Schumpeter und Ricardo gar nicht vorkamen (oder täuscht mich hier die Erinnerung?). Soviel Traditionsvergessenheit in eigener Angelegenheit, das muss man erst mal bringen, zumal das Lob aufs »Kapital« vor allem durch seine Schlampigkeit in der Recherche bemerkenswert war, stand da doch wieder was von Vorhersagen, Zusammenbruch und Arbeitswertlehre, die Marx von Smith und Ricardo übernommen hätte. Aber was soll das Kritteln, wenn umgekehrt krakeelige Notabiturmarxisten in ihren Kommentaren für Konkret oder Jungle World ebenso wenig in der Lage sind, sagen wir: Keynes angemessen darzustellen? Lieblos geht die Kritik zugrunde.
Ein allerdings besonders dreistes Stück stand im Dezember in der FAS und findet sich, zur ewigen Dokumentation der Schande, online. Engels muss als Kapitalist unbedingt wiederentdeckt werden, geht es nach Autor Rainer Hank:

Es gilt, den erfolgreichen Unternehmer und Spekulanten Friedrich Engels zu würdigen. Wahrscheinlich musste der Kommunismus erst untergehen, um den Kapitalisten Engels angemessen porträtieren zu können: Als Textilmagnat und leidenschaftlichen Fuchsjäger, als aktives Mitglied der Börse und zugleich draufgängerischen, lebensfrohen, dem Alkohol zugeneigten Liebhaber der schönen Dinge: Das sind Hummersalat, Château Margaux, Pils (damals gerade ein Modegetränk), und, last, but not least, kostspielige Frauen in nicht geringer Zahl, wie sein Biograph, der britische Historiker und TV-Moderator Tristram Hunt, in seiner in diesem Jahr auf Deutsch erschienenen brillanten Monographie erzählt: Engels, so Hunt, war ein »begnadeter Womanizer« und stets voller »bacchantischer Gelüste«.

So irre heiß ist diese News nun nicht. Und es spricht für den Dilettantismus Rainer Hanks, dass man seiner Eloge in jeder Zeile anmerkt, wie da jemand bemüht einige Merkmale einer Biographie zu einem Gesamtbild hochrechnen will. Diesen Spaß kennt man aus dem Popjournalismus, ich erinnere mich noch düster an eine Eloge Diedrich Diederichsens auf das müdeste aller alten westdeutschen Komikerduos: Harald und Eddi, deren Zoten mit einigem Witz als subversive Praxis dechiffriert wurde1. Wie gesagt, ein Spaß. Hank meint es, befürchte ich, ernst. Was bei Hank noch als rhapsodisch zu erkennen ist, wird, wie das eben so ist, durch einen eilig herbeigeschafften Kulturwissenschaftler zu einem Klumpen Stuss eingeschmolzen. Im letzten Absatz zieht Hank seinen Joker:

Der Kulturwissenschaftler Patrick Eiden-Offe geht einen Schritt weiter: Engels, der Fabrikant und Bohemien, war in all seinen Engagements durch und durch Entrepreneur: Immer musste er etwas unternehmen. Mal ist er Exportkaufmann, mal Betreiber der Baumwollspinnerei, dann wieder entwickelt er zahllose Zeitschriftenprojekte (die Deutsch-Französischen Jahrbücher, die Rheinischen und Deutsch-Brüsseler Zeitungen und so fort). Und mal ist der Mann eben auch »Unternehmer in Sachen Weltrevolution«. Ein echter Spieler. Der Projektemacher Engels, er verkörpert das ironisch-spontanistische Gegenmodell zum Lebensentwurf des Berufskommunisten, der aus Engels später einen Dogmatiker gemacht hat.

2

Der Entrepreneur, der Projektemacher (übrigens ein in aufmerksameren Zeit negativ besetzter Begriff, für Typen von zwanghafter Produktivität und mit freakigen Ideen, die aber alle niemals realisiert werden – können) … Ums Inhaltliche geht es gar nicht, der Stil, die Unternehmenskultur, die (angebliche) Spielernatur, das vielbeschworene große – dann aber auch wieder lachhafte, weil als Projektemacher notwendig scheiternde – Individuum machen das Band des Lebens aus.
Das Inhaltliche, das ist in der Tat der Kommunismus, also all das, worüber zu sprechen für einen FAZ-Journalisten oder einen flotten Kulturwissenschaftler so unendlich ermüdend sein muss: Das ist Engels erster, kühner, von Marx immer als Maßstab anerkannter Vorstoß zur Kritik der politischen Ökonomie, das sind vor allem seine militärwissenschaftlichen Studien, die ein zentrales Glied in der Verbindung von Ökonomiekritik, Klassenanalyse und bürgerlicher Politik darstellen, das ist seine strenge wie polemische Kanonisierung der Marx’schen Ideen im »Anti-Dühring«, seine Redaktionsarbeit an den buchstäblich zerstreuten »Kapital«-Manuskripten, seine Weigerung zwischen Natur- und Gesellschaftswissenschaften einen unüberwindlichen (resp. nur ideologiekritisch zu begreifenden) Bruch zu sehen, last not least sein weithin unterschätztes Spätwerk, in dem er in zahlreichen Broschüren, Vorworten, Briefen, Instruktionen es unternimmt, die junge deutsche Sozialdemokratie an die Kandare zu nehmen und ihr die Prinzipien des kommunistischen Programms in konkreter Anwendung zu vermitteln3.
Das geht nicht ohne Déformation professionnelle ab, keine Frage, hat aber selbst im Nebensächlichsten nichts von dem Spielerisch-Flaneurhaften, von dem leichtfüßigen Tänzeln zwischen Weibern, Aktien-Spekulationen und a bisserl Politik.
Aber eitel, darauf hinzuweisen. Das ist ja das Geschäft der Kulturwissenschaft: Inhalte kaputtmachen, das Formale verdinglichen, Politik in Stil auflösen, das Soziale zu einem nebeneinander von Optionen zu verniedlichen. It’s fun!

  1. Die extrem kurzen Sketche, in denen zum Beispiel Harald und Eddi einer jungen Dame gegenüber darauf bestehen, eineiige Zwillinge zu sein (was sie durch alle offensichtlichen Unterschiede, die sie einzeln ansprechen und vorführen, zu beweisen versuchen), bis sie einen in die Kneipe hinzutretenden Schwarzen in die Arme schließen und zugeben: Wir haben gelogen, in Wirklichkeit sind wir eineiige Drillinge, leben einerseits von genau dem alten aufklärerischen Sein/Schein-Klarstellungsanspruch, sich solidarisch über ihn amüsierend, lassen aber andrerseits den Lügner triumphieren, Juhnke als New-Age-Arzt etwa, der seinen Patienten mit sichtbarer Axt-im-Schädel auffordert, alles nicht so verbissen zu sehen, das Problem mental zu lösen, die andere Gehirnhälfte arbeiten zu lassen etc., während er außerdem fieberhaft seine Akupunkturnadeln sucht, um seine eigenen Kopfschmerzen zu behandeln. Als er ermattet auf einen Stuhl niedersinkt, hat er sich natürlich in die Nadeln gesetzt und greift sich erleichtert an die Stirn, die Kopfschmerzen sind weg. Einerseits wird so New Age richtig und sichtbar als das, was es ist, kritisiert: Lüge, andrerseits demjenigen Recht gegeben, der im Pop-Sinne richtig lügt.

    (Aus: Konkret 07/1988, S.47) [zurück]

  2. Hank bezieht sich offensichtlich auf eine im letzten Novemberheft des »Merkur« erschienene Rezension Eiden-Offes von Hunts Engels-Biographie mit dem Titel »Frederick Engels, Entrepreneur. Marx und Engels als Projektemacher«. Der Text steht online nicht zur freien Verfügung. [zurück]
  3. Man vergleiche seine knappen, präzisen Ausführungen zur Bauernfrage mit dem entsprechenden langatmigen Werk Kautskys. [zurück]

Funktion der Invarianz

Unter den »Pindar-Fragmenten«, die Hölderlin zwischen 1800 und 1805 notierte, findet sich auch folgendes Fragment.

Fähigkeit der einsamen Schule für die Welt. Das Unschuldige des reinen Wissens als die Seele der Klugheit. Denn Klugheit ist die Kunst, unter verschiedenen Umständen getreu zu bleiben, das Wissen die Kunst, bei positiven Irrtümern im Verstande sicher zu seyn. Ist intensiv der Verstand geübt, so erhält er seine Kraft auch im Zerstreuten; sofern er an der eigenen geschliffenen Schärfe das Fremde leicht erkennt, deßwegen nicht leicht irre wird in ungewissen Situationen.

… so erhält er seine Kraft auch im Zerstreuten. Es geht darum, die Invarianten1 zu erkennen. Durch Hölderlins Überlegung wird klar, dass das Erkennen der Invarianz weder Scholastik noch Denkfaulheit noch Flucht vor der chaotischen, sich ständig änderndend, ach so verwirrenden Wirklichkeit ist. Sondern vielmehr das Gegenteil: Das Erarbeiten eines Maßstabs um die Kontinuität – eben: »die sich bei einer jeweils passenden Klasse von Modifikationen des Objektes nicht ändert« – des Wirklichen zu erfassen. Der Kapitalismus ist auch dann kapitalistisch, wenn er gerade Fordismus genannt wird oder Sozialpartnerschaft oder Netzwerk-Ökonomie.
Die Invarianz des Marxismus zu behaupten, wurde Amadeo Bordiga und der Gruppe Programma Comunista stets vorgeworfen (nicht zuletzt von anderen, überraschenderweise undogmatischen und irgendwie so ganz lockeren Linkskommunisten, die dann übrigens in ihren Publikationen für die redundantesten, schwammigsten und geschwätzigsten Texte geradestehen müssen. Namen werden nicht genannt, aber man kann sich mal auf die virtuelle Suche machen, im Online-Publizieren sind sie stark!). Dabei geht es nicht um das Ende der Analyse, sondern um deren Ermöglichung, um den Zugang zur Wirklichkeit2!
Hier die Punkte 12 und 13 aus Bordigas klassischen Feststellungen zur »historischen ›Invarianz‹ des Marxismus« (Feststellungen – so soll es sein, klar und apodiktisch formuliert!)

12.) Auch wenn das ideologische Vermögen der revolutionären Arbeiterklasse nicht mehr Offenbarung, Mythos, Idealismus (wie bei den vorhergehenden Klassen), sondern positive »Wissenschaft« ist, so braucht sie doch eine klare und dauerhafte Formulierung ihrer Grundsätze und auch ihrer Aktionsregeln – einen Kanon also, der die Aufgabe erfüllt und die Schlagkraft hat, die einst Dogmen, Katechismen, Tafeln, Verfassungen, oder Heilige Bücher hatten wie z.B. die Veden, der Talmud, die Bibel, der Koran oder die Erklärung der Menschenrechte. Die darin enthaltenen substantiellen und formalen Mängel haben deren riesige organisatorische und gesellschaftliche Kraft (zuerst revolutionär, dann konterrevolutionär – in dialektischer Folge) nicht gebrochen – im Gegenteil: Oftmals haben gerade die »Ketzereien« diese Kraft noch verstärkt.
13.) Gerade weil er der Suche nach »absoluter Wahrheit« jeglichen Sinn abspricht und seine Doktrin nicht als Beleg des »Ewigen Geistes« oder der abstrakten Vernunft, sondern als »Arbeitswerkzeug« und »Waffe« ansieht, verlangt der Marxismus – ob bei der stärksten Anspannung oder auf dem Höhepunkt des Kampfes – weder Werkzeug noch Waffe zwecks »Reparatur« abzulegen, sondern als Partei die richtigen Werkzeuge und Waffen zu ergreifen, um sowohl im Krieg als auch im Frieden zu siegen.

Und 18 Jahre später die Bestätigung:

Eine andere Beschuldigung, die Sie Ihr ganzes Leben lang begleitet hat, ist die, den politischen Kampf als abstrakten gesehen zu haben, denn Sie hatten eine Denkweise, die als »theoretischer Schematismus« bezeichnet wird. Dies habe dazu geführt, schwere Fehler zu begehen. Inwieweit erkennen Sie diese Analyse heute als berechtigt an? Oder weisen Sie sie völlig zurück?
Ich weise diese angebliche Analyse zurück, auf die sich die Frage bezieht und deren Formulierungen meiner Denkweise und meiner Parteinahme im politischen und sozialen Kampf nicht entsprechen, auch objektiv sind sie nicht richtig. Wenn man sich einer Klassenbewegung oder der Theorie, mit der Karl Marx sie ausrüstete, anschließt, lassen sich – um die Dynamik des Kampfes und des Klassenantagonismus wiederzugeben – die gegeneinander kämpfenden Klassen nicht auf konkrete Kategorien zurückführen, sondern müssen als abstrakte Begriffe, die sich auf erfahrbare soziale Tatsachen beziehen, dargestellt werden. Den Imperativ des Abstrakten aufgegeben und durch jenen einfachen und leicht handhabbaren des Konkreten ersetzt zu haben, stellt den verhängnisvollen Fehler derer dar, die sich (indem sie marxistisch gesprochen zu »Verrätern« ihrer eigenen Klasse oder wie Lenin sagt, zu »Berufsrevolutionären« wurden) als Führungskader der proletarischen Bewegung zur Verfügung stellten. (…)

»… deßwegen nicht leicht irre wird in ungewissen Situationen«, die Linie Hölderlin-Marx muss unbedingt verteidigt werden!

  1. Hier sei einmal Wikipedia zitiert: In der Mathematik versteht man unter einer Invariante eine zu einem Objekt assoziierte Größe, die sich bei einer jeweils passenden Klasse von Modifikationen des Objektes nicht ändert. Invarianten sind ein wichtiges Hilfsmittel bei Klassifikationsproblemen: Objekte mit unterschiedlichen Invarianten sind wesentlich verschieden; gilt auch die Umkehrung, d.h. sind Objekte mit gleichen Invarianten im Wesentlichen identisch, so spricht man von einem vollständigen Satz von Invarianten oder von trennenden Invarianten. [zurück]
  2. Wir haben hier den jüdischen Gelehrten Franz Baermann Steiner zitiert, und machen es gerne noch einmal:
    Die borniertesten Lebensvorschriften und Gesetze geben Freiheit insofern, als sie dem Menschen es ermöglichen, sich einzuordnen, ohne andre Leute nachzuahmen. Erst die Zerstörung jeder Orthodoxie ermöglicht das Massenbewusstsein, wie wir es heute kennen, mit seiner aus Nachäfferei entstandenen ängstlichen, klebrigen Kohäsion.

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