Archiv für Oktober 2011

Vielleicht Marschmusik?

Der Literatur- und Medienwissenschaftler Friedrich Kittler ist vor knapp zwei Wochen gestorben, und das hier soll kein verspäteter Nachruf sein, sondern eine Erinnerung daran, was eigentlich die Rolle Kittlers war: die Degradierung des historischen Materialismus zu einer Marotte des Zeitgeistes.
Dabei reden Linke eigentlich nicht über Kittler, weil Kittler sich gar nicht erst auf den schwindenden Marxismus an den Universitäten einließ, sondern, ganz die große Geste im Sinne Heideggers, sich auf »die Sachen« selbst stürzte. Aber es gibt das hartnäckige Gerücht, dass sein von Heidegger her stammender Technizismus (nun nicht mehr melancholisch gestimmt, sondern aggressiv affirmativ) irgendwas mit Materialismus zu tun hat. Es ist sicherlich »materialistisch«, nicht nach der Substanz des Geistes, nicht nach den hehren Formprinzipien der Literatur zu fragen, sondern auf die materiellen Bedingungen des Schreibens – die Schreibsysteme, die Textarchicierung, die Codierung von »Botschaften« – zu pochen und den Schriftsteller als untrennbar verflochten mit jener Apparatur seiner (vermeintlichen) Denkperipherie zu zeichnen. Aber es ist freilich der ärmste Materialismus, es ein Materialismus der Dinge, keiner der Verhältnisse – oder in einer älteren Sprache, die Kittler gehasst haben dürfte: Man lernt bei ihm etwas über Produktivkräfte, nichts über die Produktionsverhältnisse, in denen sie wirken. Diese Verkümmerung des Materialismus soll auch so sein, denn der Materialismus der Verhältnisse erwiese gerade das als ›pseudokonkret‹ (Günter Anders), worauf Kittler unbedingt hinauswollte: das ›Zurück zu den Sachen‹, oder wie es Cord Riechelmann in seinem Nachruf in der Jungle World (Nr. 43, 27.10., Feuilleton-Beilage S.8/9) geschrieben hat: »… das Einfache, Klare des griechischen Denkens unter dem Schleier von zweitausend Jahren christlicher Verblendung wieder (hervorholen).«1
Denn wenn diese Sachen in dem Zusammenhang gesehen werden, der von Menschen gemacht ist und in dem Menschen miteinander umgehen, erweist sich die Ordnung der Dinge als gerade nicht von einem anonymen technoiden Prozess garantiert, den man allenfalls beobachten kann, den man aber – Luhmann behüte! – nie niemals nicht zu ändern sich anschicken sollte. Vielmehr wird dieser vermeintlich selbstgenügsame Prozess durchsichtig im Hinblick auf die in ihm verborgenen Macht- und Abhängigkeitsstrukturen und die ihnen zugrunde liegenden Aneignungs- und also Ausbeutungsformen. So mag dieser Prozess beendet werden.
Das wollte Kittler nicht: 2007 hält er an der Ruhr-Universität Bochum einen Vortrag über die »Ontologie der Medien«, und auch dreißig Jahre später kann er sich den Seitenhieb auf jene Intellektuellen nicht verkneifen, die anders als er mit seiner tiefgründelnden Seinssuche sich vor Fabriktore stellten, um dort zu agitieren oder, wie er mit ganz leichter, aber doch spürbarer Verachtung in der Stimme sagt, sich »abgelegenen Ethnien in Patagonien« zu widmen.
Dass Riechelmann in besagtem Nachruf angesichts von Kittlers Auftreten »von der Einführung des Punk in die deutsche Philosophie und Philologie« spricht, ist abwegig. Oder vermessen. Mir fiele eher Rammstein ein. Aber die sind noch zu lustig und einfach albern. Vielleicht Marschmusik? Natürlich die der Maschinen. Clicks‘n'Cuts.

  1. Riechelmann ist so gnädig, den Übervater dieser Anstrengung, eben Heidegger, nicht zu erwähnen, und er schreckt vielleicht davor zurück, dass es nicht die christliche Verblendung ist, die Heidegger revidiert wissen wollte, sondern die jüdisch-christliche – Paulus war schließlich Jude! [zurück]

Polemische Charakterisierung des Meinens

Nichts gegen Polemik. Solange man sie nicht, um Andreas Dorschel zu zitieren, »für die ausgeführte Kritik« nimmt. Ja, wer ist eigentlich Dorschel? Weiß ich gar nicht genau, ist wahrscheinlich auch nicht so interessant, er ist mir mal mit einem schönen Zizek-Verriss aufgefallen (»Pedant des Wirren«) und hat, wie ich dann festgestellt hatte, ein ebenfalls schönes Buch geschrieben: »Die idealistische Kritik des Willens. Versuch über die Theorie der praktischen Subjektivität bei Kant und Hegel.« Darin findet sich auch die »Polemische Charakterisierung des Meinens«, Paragraph 119, und obwohl Dorschel seine Leser streng ermahnt, das Buch von vorne nach hinten durchzulesen, gestatte ich mir, diesen Abschnitt in toto zu zitieren (allerdings abzüglich einer Fußnote).

Durch die Äußerung seiner Meinung sucht das Subjekt sich zur Geltung zu bringen und die Frage, ob sie einigermaßen vernünftig ist, verblaßt in seinem Bewußtsein vor dem Anspruch, daß sie ganz eigene und individuelle ist, weil andere sonst annehmen könnten, es hätte keine. Vermittels der eingebrachten Position will man als komplette Persönlichkeit (eine mit eigener Meinung) anerkannt und respektiert sein; man ist einer, der die Sache so oder so sieht; als solcher pocht man auf die eigene Meinung, nicht weil man Argumente für sie anzuführen wüßte, sondern weil es die eigene ist. Freilich meint man dabei immer dieses und jenes, und raisonniert über Gott und die Welt. Aber diese Gegenstände der Debatte interessieren subjektiv nurmehr als Material der Eigen-Interpretation. Nachdem jeder seine (von anderen unterschiedene) Meinung gesagt hat, müßte indes eigentlich der Streit beginnen, welche die richtige ist, – unter der Bedingung, daß es um die Sache ginge. Da sich indessen das Bewußtsein der meinenden Subjekte dieser Bedingung verschließt, ist jede der verschiedenen Auslassungen gleichermaßen anerkannt, aber eben relativ. Jeder besteht auf seiner Sicht der Dinge – die subjektiv gar nicht interessieren – und gesteht das auch allen anderen zu, so daß Bemerkungen wie »Ich für mich sehe das so und ich rede hier natürlich nur für mich und will im übrigen nichts gesagt haben, das aber in aller Deutlichkeit…« zu stehenden Formeln werden, und sich umgekehrt derjenige den Geruch rabiater Inhumanität zuzieht, der sich erlaubt, auf einer bestimmten Auffassung zu bestehen, »bloß« weil sie nicht widerlegt ist, und es Argumente gegen die andere Position gibt. Kritik und Einwände sind in dieser Sache ein einziger Anschlag auf die Freiheit, zu denken, wie man will. Dies ist konsequent. Für Subjekte, die durch Gedanken und Überlegungen, die sie anstellen, nichts als ihre Individualität unterstreichen wollen, ist ein Argument nichts weniger als ein Attentat wider die Ehre und Selbstbestimmung der eigenen Person; es wird damit zur Ursache eines Konflikts. Dessen Lösung besteht in der wechselseitigen Versicherung, für sein Teil habe jeder der Beteiligten Recht, wenn auch nur für seines. Ein Argumentieren, das sich nicht im Augenblick seines Stattfindens, bedenklich gegen sich selbst, zurücknimmt, gilt hingegen folgerichtig als (Vorbote) von Terror. Darum ist, wenn sich jemand die Mühe macht, gegen eine Meinung Argumente anzuführen, welche deren Voraussetzungen oder Inhalt widerlegen, der Vorwurf an der Tagesordnung, er sei totalitär. Er wird so einer Sphäre zugeordnet, die er gar nicht betreten hat: derjenigen der Gewalt.

Kill! Kill! Kill!

En passant eine Äußerung von einem dieser antikritischen ideologiedeutschen Burschenschaftlern aufgeschnappt, dass Kritik nicht widerlege, sondern ihren Gegenstand zu vernichten trachte – eilig hinterher geschoben und in Klammern gesetzt, dass damit nicht die empirischen Menschen gemeint seien, tatsächlich: empirisch, dieses klapperdürre Wörtchen, und nicht etwas real, leibhaftig, aus Fleisch und Blut. Aber wer weiß, vielleicht ist das schon Fortschritt, wo doch gewisse postkommunistische Kameradschaften in den letzten Jahren von der bewaffneten Kritik schwärmten und Splitterbomben, Drohnenangriffe und Bleimantelgeschosse als Fortsetzung der beharrlichen Arbeit am Begriff dechiffrierten.
Die »vernichtende Kritik« rührt, um es einmal so aufzuschlüsseln, aus links- oder besser junghegelianischen Kreisen, die vor 170 Jahren – im Guten wie im Schlechten – das Hegelsche System an seine äußersten Grenzen trieben (hinter denen dann nur noch zwei Alternativen verblieben: historischer Materialismus und/oder Stirner) und in denen ein bisweilen absurder Übertrumpfungswettbewerb stattfand, wer denn wohl am konsequentesten die Idealismen Hegels in Praxis überführen könnte – eine Praxis, die aber selbst ganz auf das Gebiet der Aufklärung, der intellektuellen Elite, kurzum: des Geistes bezogen blieb: Bruno Bauer sprach folgerichtig von »Feldzügen der reinen Kritik«, Marx – with a little help from his friend – ätzte schon wenig später gegen diese »kritische Kritik« und brauchte selbst noch ein paar Jahre, um deren Eierschalen ganz abzulegen (so falsch liegt der Althusser nun nicht).
»Vernichtende Kritik« zeigt die Über-Anspannung der Dialektik an, das Aufgeben der Maulwurfsarbeit, die mutwillige Vernachlässigung der Immanenz. Kritik zielt auf die Stärke des Gegners – sine ira et studio – und tritt nie da auf ihn ein, wo er am schwächsten ist (sie tritt sowieso nicht), das ist rhetorische U-Bahn-Schläger-Stiefelei. Die Junghegelianer waren politisch hellsichtiger als ihr alter Lehrer, prekärer, da sie keinerlei Aussicht auf Posten und Anerkennung hatten, deswegen nervöser, hochgespannter, schärfer. Aber ihr Reduktionismus, ihre Ultra-Dialektik führte zu einer rasanten Verarmung dialektischen Denkens. Was ja wiederum dialektisch ist, nicht wahr?, real-dialektisch sozusagen. Das Herausstreichen der Polemik, die Erklärung der Polemik zu einem aufklärerischen Faktum an sich, ist schon Rhetorik, Formalismus, Vernichtung (sic!) von Inhalt. Und letztendlich Einübung in das herrschende Falsche. War ja alles nur ein Spiel. Oder, wie es der vermutlich einzige britische Hegelianer von Weltrang, John Cleese natürlich, in einer auch schon wieder prophetischen Vorwegnahme jungdeutscher Geistesraserei auf den Punkt (den Begriff) gebracht hat – Gartenrandale vor dem 5-Uhr-Tee.

Schon das Benennen dieses Denkfehlers ist eines klugen Menschen unwürdig

Joachim Käppner, einer dieser Überstudierten, denen deswegen der Mund überfließt, und die dann dringlichste Kommentare etwa für die Süddeutsche schreiben müssen, äußert sich über »Linksextremismus in Deutschland«. Deutschland, Vaterland der drama queens: Es hat Fälle gegeben, da haben zehn Hanseln sich in einem besetzten Haus verschanzt und stündlich mit der Räumung gerechnet, während vor der Tür die Hundertschaften der Polizei lauerten und sich nicht reintrauten, weil sie drinnen der entfesselte Mob erwarten würde. Linksextremismus ist derzeit ein Riesenthema, von dem aber insbesondere die Linksextremisten nichts mitbekommen.
Joachim Käppner geht schweren Schrittes auf und ab – gibt es schon ein neue RAF?, kommt sie noch?, haben WIR hier bald griechische englische französische Verhältnisse? –, aber er wäre nicht der, der er ist (Autor von: »Berthold Beitz. Die Biographie«1), wenn er nicht auf eine ganz besondere »Lösung« verfiele.

Dagegen [gegen den Linksextremismus] helfen nicht neue Gesetze und Polizisten, sondern vor allem klare, bisher nicht konsequent ausgesprochene Abgrenzungen der sozialen Bewegungen gegenüber jeder Gewalt.

»Abgrenzungen … gegenüber jeder Gewalt«. Das lassen wir uns auf der Zunge zergehen. Denn das Monopol auf die Gewalt hält bekanntlich der Staat, und ich möchte gerne die »soziale Bewegung« erleben, der es gut bekommt, sich vom staatlichen Gewaltmonopol »abzugrenzen«, es also abzulehnen, nicht gutzuheißen, es zu kritisieren oder auch nur vorsichtig in Frage zu stellen. In diesen Fällen könnte es sein, dass alsbald die entsprechende soziale Bewegung dringend gezwungen ist, selber Gewalt anzuwenden, um die Zumutungen der nicht gerade zimperlichen Staatsgewalt in ihre Schranken zu verweisen, ja – um sich von ihr überlebensnotwendigerweise abzugrenzen.
Käppner meint mit »jeder Gewalt« freilich bloß die Gewalt, die Teile der sozialen Bewegung ausüben. Das ist ungefähr so, als schriebe ein Kollege aus der Sportredaktion über einen Kreisligisten, deutscher Fußball sei international nicht konkurrenzfähig – abgesehen vom FC Bayern München, Bayer Leverkusen, BVB Dortmund und, ähh, der Nationalmannschaft.

  1. Aus der Verlagsmitteilung: »Berthold Beitz hat Zeitgeschichte geschrieben. An der Spitze des Krupp-Konzerns war er über Jahrzehnte einer der einflussreichsten Männer der deutschen Wirtschaft, für den soziale Verantwortung stets im Mittelpunkt stand. Er machte Krupp wieder zu einem weltweit anerkannten Unternehmen. Gegen zahllose Widerstände war er einer der Vorreiter der neuen Ostpolitik.« Ein lupenreiner Imperialist also mit dem nötigen Fingerspitzengefühl, wie man in Deutschland auch nach 1945 Vorreiter in Sachen »Ostpolitik« sein konnte. [zurück]

Michael Seidman: »Gegen die Arbeit« (on tour!)

Für gewöhnlich machen wir keine Werbung für Veranstaltungen, weil aber Freunde involviert sind, weil es sich angesichts der derzeit so geschichstvergessenen radikale Linke um eine kleine Sensation handelt, sei auf folgende Lesetour hingewiesen.

Michael Seidman stellt im Oktober, nächste Woche!, sein großes Werk »Workers Against Work« vor, das jetzt in deutscher Fassung erschienen ist: »Gegen die Arbeit«.
Das Buch beschäftigt sich mit der spanischen Revolution und den Streiks und Arbeiteraufständen während der französischen Volksfrontregierung 1936-38 und arbeitet exemplarisch die Radikalität dieser Kämpfe heraus, die sich jenseits, aber vor allem auch *gegen* die etablierten, versteinerten Organisationen der Arbeiterbewegung artikulierten, Seidman kritisiert explizit auch die Anarchosyndikalisten. Er bricht also radikal damit, Revolutionsgeschichte als Geschichte von (richtigen oder falschen) Organisationen zu verstehen und zeigt den, wenn man so will, utopischen oder besser: genuin kommunistischen Charakter dieser Kämpfe auf. Man kann gut aus seinem Buch einen Maßstab gewinnen, wie man sich auch aktuellen Aufstandsbewegungen nähern kann.

Orte und Termine stehen weiter unten. Hier wird noch der Flyer dokumentiert, mit dem die Kölner Veranstaltung beworben wird und der das Thema des Buchs ganz gut auf den Punkt bringt (aber kann sich noch jemand an Moishe Postone und Robert Kurz erinnern?!).

Soll das Hamsterrad der täglichen Arbeit schon das ganze Leben sein? Und welcher eigenartigen Wachstumslogik dient dieser ständige Arbeitswahn und Arbeitsdruck? Einem sinnlosen Kreislauf der Kapital- und Geldvermehrung, dem alles Lebensglück geopfert wird! Ein Kreislauf, der sich seit der Krise 2007/2008 und mit der anhaltenden Instabilität der Finanzmärkte wieder einmal gründlich blamiert hat. Auch die Organisationen der traditionellen Arbeiterbewegung waren einer »produktivistischen Utopie« verpflichtet und sangen das Hohelied auf die Arbeit. In den letzten Jahren ist von Intellektuellen wie Moishe Postone oder Robert Kurz die »Kritik der Arbeit« als theoretisches Postulat wiederentdeckt worden. Allerdings hatte schon Marx gezeigt, dass Kapital nichts anderes ist als die Herrschaft der toten Arbeit über die lebendige. Die ganze Gestalt und Organisation des Produktionsprozesses dient nur dazu, Arbeit aus denjenigen herauszupumpen, die sich keineswegs hocherfreut tagein tagaus an ihre Arbeitsplätze schleppen.

Jenseits der Ideologie und Politik von selbsternannten Arbeitervertretern wollten die Arbeiterinnen und Arbeiter in ihren alltäglichen Auseinandersetzungen vor allem eins: sich die Arbeit vom Hals schaffen. In seiner jetzt auf Deutsch erschienenen sozialgeschichtlichen Untersuchung »Gegen die Arbeit. Über die Arbeiterkämpfe in Barcelona und Paris 1936-38« (»Workers against Work«) spürt Michael Seidman diesen untergründigen und oft unsichtbaren Widerstandsformen nach und zeigt, wie sich nicht nur die Kapitalisten, sondern auch die heroischen Arbeiterorganisationen mit den gegen die Arbeit gerichteten Verhaltensweisen auseinandersetzen mussten. Er wirft damit einen völlig neuen Blick auf diese Zeit zugespitzter Kämpfe und berühmter Auseinandersetzungen. Seit seinem Erscheinen 1990 kursierte das Buch als eine Art Geheimtipp in der linksradikalen und anarchistischen Szene, fand aber keine breitere Resonanz. Gerade heute, mit der fortschreitenden Krise des Kapitalismus, sollte die »Kritik der Arbeit« nicht mehr nur als theoretisches Postulat, sondern als lebendige Tendenz in den Klassenkämpfen wahrgenommen und verstanden werden, um Auswege aus dem Hamsterrad zu finden. Dazu leistet dieses Buch einen wichtigen Beitrag.

Michael Seidman ist Historiker an der University of North Carolina in Wilmington, USA. Er lebte Ende der siebziger Jahre in Paris und promovierte 1982 in Amsterdam über das Thema dieses Buches. Seine Forschungen hat er fortgeführt mit einer Sozialgeschichte des spanischen Bürgerkriegs »The Republic of Egos« (2002) und einer Studie über den Pariser Mai 1968, »The Imaginary Revolution« (2004). Damit korrigiert er eine Geschichtsschreibung, die sich immer noch zu sehr an Organisationen und Stellvertretern orientiert, und lässt wieder das Individuum zu Wort kommen, das doch laut Marx im Kommunismus endlich befreit werden sollte, aber auch in linken Darstellungen nur zu oft aus dem Blick gerät. Nachdem »Workers against Work« bereits in japanischer und französischer Übersetzung vorliegt, wird es im Oktober endlich auch auf Deutsch erscheinen.

Michael Seidman: »Gegen die Arbeit. Über die Arbeiterkämpfe in Barcelona und Paris 1936-38« , Verlag Graswurzelrevolution, Heidelberg 2011, 480 S., 24,80 Euro
Leseprobe: Vorwort von Karl Heinz Roth und Marcel van der Linden.

Termine

Sa, 8. Oktober 2011, Köln
19 h, Allerweltshaus, Körnerstr. 77-79

So, 9. Oktober 2011, Jena
19 h, JG (Junge Gemeinde) Stadtmitte, Johannisstr. 14

Mo, 10. Oktober 2011, Nürnberg
19 h, Nachbarschaftshaus Gostenhof, Adam-Klein-Str. 6

Di, 11. Oktober 2011, Berlin
19 h, FAU-Lokal, Lottumstr. 11 (U8 Rosenthaler Platz)

Mi, 12. Oktober 2011, Bielefeld
20 h, Bürgerwache, Rolandstr. 16

Do, 13. Oktober 2011, Wiesbaden
20.30 h, Café Klatsch, Marcobrunnerstr. 9

Fr, 14. Oktober 2011, Frankfurt/M.
19.30 h, Faites votre jeu!, Klapperfeldstr. 5

Sa, 15. Oktober 2011, Frankfurt/M.
13.30-14 h, live auf der Frankfurter Buchmesse, Literadio, Halle 4, Stand E 207