Archiv für April 2011

Nochmal zur »Zur Biologie der Freiheit«

Ergänzend zu unserem Beitrag »Das Kollektiv der Freiheit« dieses Fundstück, woher auch der obige Begriff von der Biologie der Freiheit rührt.

Fürst Kropotkin hat ein großartiges Bild entworfen, er hat es, das ist sein irritierender Obskurantismus, als Wissenschaft verkauft – und eben nicht als Kunst: Der Mensch (jedes höher entwickelte Lebewesen) sei »eher eine Agglomeration, eine Kolonie von Millionen gesonderter Individuen, als eine einzige und unteilbare Persönlichkeit. [Der Physiologe] spricht von einer Föderation von Verdauungs-, Sinnes-, Nervenorganen etc., alle sehr eng miteinander verknüpft, alle den Rückwirkungen des Wohlbefindens oder Unwohlseins jedes anderen ausgesetzt, doch jedes sein eigenes Leben lebend. Jedes Organ, jeder Teil eines Organs ist wiederum aus unabhängigen Zellen zusammengesetzt, die sich assoziieren, um gegen die für ihre Existenz ungünstigen Bedingungen zu kämpfen. Das Individuum ist eine ganze Welt von Föderationen.« (aus: »Der Anarchismus. Philosophie und Ideale« [1896])

Was für ein grandioser Stuss. Wissenschaftlich unhaltbar, als Metapher aber ungemein inspirierend: Jeder Mensch ein Kollektiv. Die freie Föderation der Gleichen ist möglich, weil jeder bereits eine solche verkörpert. Wie bösartig legt ihm dies Hans G Helms, eigentlich ein präziser Kritiker des Anarchismus, aus: »Damit sei das anarchistische Prinzip aus der Natur abgeleitet und wissenschaftlich bewiesen. Doch bewiesen wird mit derartigen Übertragungen allenfalls eine befremdliche Nachbarschaft zu faschistischen Deduktionsmethoden, die ja ebenfalls vom Zellenbau zur Volksgemeinschaft gelangt sind.« Nun setzen jene »faschistischen Deduktionsmethoden« immer den autoritären Staat samt charismatischem Führer an der Spitze voraus. Nichts davon bei Kropotkin.

Kann das mit dem »anderen Leben« nicht mal so langsam aufhören?!

Il Manifesto wird vierzig Jahre alt. Die Tageszeitung nennt sich immer noch kommunistisch, und die Chancen stehen gut, dass sie länger durchhält als der nicht erst seit gestern ( = den letzten Wahlen) verrottete italienische Parteikommunismus. Il Manifesto war – eben vor vierzig Jahren – ein ganz heißes Ding, eine (unfreiwillige) KP-Abspaltung, von so klugen Köpfen von Rossana Rossanda und Luigi Pintor »angeführt« (Grundsatzpapiere: »Notwendigkeit des Kommunismus« und »Für eine organisierte politische Bewegung«, beide seinerzeit bei Merve erschienen). Unter den drei große außerparlamentarischen Gruppen, die die Szene damals beherrschten, war Il Manifesto sicherlich die unspektakulärste (die anderen beiden waren Lotta Continua und Potere Operaio, alles klar?, letztere übrigens wird häufig und nach wie vor fälschlicherweise als Zentrum des Operaismo angesehen). Aber die Rossanda? Immer mit Vergnügen gelesen, z.B. ihr Gespräch mit dem alten Sartre über die Organisationsfrage (»Partei und Klasse«¸ 1970 in hoher Auflage ebenfalls von Merve herausgebracht, weiß der Teufel, warum diese Diskussion nicht längst schon wieder die gebührende Aufmerksamkeit erfahren hat).
Die Zeitung also – und nicht die Plattform – hat überlebt, und das ist der TAZ ein Interview mit Chefredakteurin Norma Rangeri wert. Leider kommt sie nicht umhin, das übliche Gesülze abzugeben (und es drängt sich der schreckliche Verdacht auf, dass es gerade dieses Gesülze ist, was den Linken so scheinbar unverrückbar im Wege steht), nämlich auf die Frage »Aber in Italien sind die Kommunisten nicht einmal im Parlament. Welchen Sinn hat dann Ihr Kommunismus?« (btw – großartiger Zusammenhang, der hier unterstellt wird, wir lernen: für TAZ-Reporter ergibt der Kommunismus dann Sinn, wenn Kommunisten in ausreichender [?] Anzahl im Parlament vertreten sind) u.a. zu antworten: »Wir erleben eine Festung Europa, die sich abschottet und die zum Spielball der Populismen wird. Dem halten wir unseren Kommunismus als Idee der Humanität entgegen. Nicht als Ideologie, sondern als Vorstellung von einem anderen Leben.« Mal abgesehen davon, dass der Kommunismus weder eine Idee, noch eine Ideologie noch eine Vorstellung ist (sondern: ein gesellschaftlicher Zustand UND die Bewegung, die zu diesem gesellschaftlichen Zustand führt – zwischen beiden gibt es eine organische Verbindung, was die meisten Kommunisten seit Lenin leider irgendwie verdrängt haben müssen) – muss es denn immer das ANDERE LEBEN sein? Wäre es denn nicht eine Wohltat für die Leute, wenn sie das Leben, was sie ja schon haben, überhaupt mal sorgen- und angstfrei, frei von Zeitnot und Hunger und Bomben leben könnten? Daraus könnte sich dann tatsächlich ein »anderes Leben« entwickeln, für dieses braucht es aber keine Kommunisten mehr und erst nicht deren Vorstellungen, denn das machen dann die Leute schon von selbst. Kommunisten sollten viel eher eine Vorstellung davon haben, wie sie dem uns ständig entgegengebrüllten Imperativ – von der Werbung, den Lehrern, ARGE-Angestellten, Bürovorstehern, Elterntyrannenm POsychologenhalbgöttern –, dass man als Kind, Lehrling, kleiner Wicht, Lohnabhängiger, notgeil erfolgsbeflissener Studierender … endlich ein ANDERES LEBEN zu führen habe (nämlich eines, das nicht so faul, gefräßig, nörgelig, unzufrieden, verträumt, verzagt, melancholisch sein darf wie das alte), entgegentreten können.
Nein, gerade nicht mit dem Winken einer besseren Alternative. Oder wie ein Punk kürzlich nöhlte: Ich mag die Kommunisten nicht, weil die mich auch nur ans Arbeiten kriegen wollen.

Spruch 75

Aus dem Daodejing des Laozi

Was den Hunger des Volkes angeht:
Nimm den Verzehr einer Menge Steuergetreide seitens der Oberen:
Deswegen hungert es.

Was das angeht, dass das Volk nur schwer in Ordnung zu halten sei:
Nimm die Maßnahmen der Oberen:
Deshalb ist es schwer in Ordnung zu halten.

Was das angeht, dass das Volk den Tod als etwas Leichtes ansieht:
Nimm den Umfang, in dem die Oberen seine Leben einforderten:
Deshalb sieht es den Tod als etwas Leichtes an.

Was nun diejenigen angeht, die nichts haben, ihr Leben einzusetzen,
diese tun gut daran, das Leben hochzuschätzen.

[Hinweise: Das Daodejing – Taoteking – , das Buch vom Weg und seiner Wirkung, ist das einzige Laozi – Lao Tse – zugeschreibene Werk. Weiß man’s? Wenn er tatsächlich gelebt hat, dann vor 2600 Jahren, das Daodejing ist aber vermutlich vor 2400/2300 Jahren aufgeschrieben worden. Wer sich das Klischee von der ‚alten chinesischen Weisheit‘ aus dem Kopf geschlagen hat, wird im Daodejing eine wunderbare Einführung in dialektisches Denken entdecken. Wikipedia ist zuzustimmen, wenn dort vermerkt ist: „Es existieren zahlreiche Übersetzungen, die sich allesamt erheblich unterscheiden, da es keineswegs einfach ist, in der Vieldeutigkeit vieler dieser (Schrift-)Zeichen den ursprünglichen Gedanken zu erkennen und angemessen zu formulieren. Einige der Übersetzungen sind schwer mit dem trotz dieser Vieldeutigkeit erkennbaren Gedankengut des Dàodéjīng zu vereinbaren, da sie etwa eine stark esoterische Terminologie verwenden, die den zumeist sehr klaren Beobachtungen Lǎozǐs nicht gerecht werden kann (…) .“ Unser Fundstück folgt der aktuellsten auf deutsch vorliegenden Übertragung. Der Frankfurter Sinologe und Übersetzer Rainald Simon hat 2009 für Reclam eine superskrupulös kommentierte zweisprachige Ausgabe besorgt, die wir – na was wohl?! – wärmstens empfehlen möchten. Wer die Bezüge zu „unserer“ Tradition nachverfolgen will, der sei auf „Bertolt Brecht und Laotse“ von Heinrich Detering, Wallstein Verlag 2008, hingewiesen.]

Das Kollektiv der Freiheit

Beiläufige Beobachtung: Diejenigen (Linken), die in ihrer theoretischen Arbeit und praktischen Agitation das glückliche Individuum, das Glück des Einzelnen in den Mittelpunkt stellen und den »Kollektivismus«scharf davon abgrenzen, scheuen sich nicht, und zwar als strenge Konsequenz daraus, die Mächte anzurufen und die Mittel zu befürworten, die nichts anderes tun, als eben dieses Glück zu untergraben: nämlich Krieg und Imperialismus, pardon: Menschenrechtsinterventionismus.
Der »Krieg gegen den Terror« der mächtigsten imperialistischen Bündnisse trägt seine Entgrenzung in sich, weil in ihm der Feind per se als unsichtbar oder besser: potenziell ununterscheidbar von der Zivilbevölkerung definiert wird. Um also das Glück des Einzelnen zu garantieren, müssen sich die Einzelnen darauf einstellen, als Einzelnen zunächst ausgelöscht zu werden. »… wissend das Gras noch / müssen wir ausreißen, damit es grün bleibt«, schreibt Heiner Müller in seinem »Mauser«-Stück (der Zusammenhang – Kritik des Stalinismus – ist ein anderer, das Ergebnis ist das gleiche). Hinterher kommt dann ein SPIEGEL- oder BBC-Reporter und schreibt über die nun verschwundenen Einzelnen ein rührselig-erschütterndes Sachbuch.
Man muss hier aber nicht den Extremfall bemühen – der Krieg gegen den Terror ist ein Extremfall der bürgerlich-kapitalistischen Ordnung, auch wenn er eine Alltäglichkeit ist –, es reicht, daran zu erinnern, dass zum Beispiel Thomas Maul seine Parteinahme »für die kleinste gesellschaftliche Minderheit, die es gibt, nämlich das Individuum« letztlich mit der Präambel der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung illustriert, die den »gewissen unveräußerlichen Rechten … Leben, Freiheit und das Streben nach Glückseligkeit« die »Versicherung dieser Rechte«durch Regierungen voraussetzt. Zwar müssen diese Regierungen sich legitimieren, »ihre gerechte Gewalt von der Einwilligung der Regierten herleiten«, die Regierten bleiben aber stets Regierte: entziehen diese einer Regierung die Legitimation, ist dies nicht anti-staatlich zu verstehen, sondern geschieht zum Zweck der Staatserhaltung.
Umgekehrt gelangen die Linken, die einen emphatischen Begriff der Kollektivität haben und die, würde man sich an sie erinnern und spielten sie in den Debatten eine relevante Rolle, sofort als primitive Naturdialektiker, vulgärmaterialistische Grobiane, die Dialektik der Aufklärung befördernde Mechanisten gebrandmarkt wären, zu einer Vorstellung von Glück und Individualität, die nicht die staatliche Lizenz voraussetzt (und also die permanente Klassenspaltung), sondern die Einheit der Gattung.
Zu erinnern wäre an Charles Fourier, der die Entfaltung der individuellen Triebe und ihren harmonischen – »naturwüchsigen« – Ausgleich erst in der vollendeten Kollektivwirtschaft für möglich hielt. Zu erinnern wäre an Peter Kropotkin, der vor hundert Jahren, in einer Epoche, in der der Sozialdarwinismus hegemonial war, allein auf weiter Flur sein Werk »Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt veröffentlichte«, eine Biologie der Freiheit. Kropotkin wies die Übertragung eines »darwinistischen« Konkurrenzmodells auf die menschliche Gesellschaft zurück, hob dagegen die Kooperation als entscheidendes Entwicklungsprinzip hervor und kritisierte den durch den Staat gesetzten Individualismus, den man unschwer als Liberalismus dechiffrieren kann: »Die Usurpation aller sozialen Funktionen durch den Staat mußte die Entwicklung eines ungezügelten, geistig beschränkten Individualismus begünstigen. Je mehr die Verpflichtungen gegen den Staat sich häuften, um so mehr wurden offenbar die Bürger ihrer Verpflichtungen gegeneinander entledigt.« Voraussetzung der reichen, in sich differenzierten Individualität ist die freie kollektive Assoziation – erst diese bringt den Individualismus hervor, »der [nicht] die Menschen in den Krieg aller gegen alle treibt und den man bis heute als einzigen kennengelernt hat, sondern […] jenen, der das volle Erblühen aller menschlichen Fähigkeiten, der die höhere Entwicklung dessen, was Eigentümliches im Menschen ist, der die größte Fruchtbarkeit der Intelligenz, des Gefühls und des Willens darstellt.«
Zu erinnern wäre schließlich an Amadeo Bordiga, der für den Kommunismus festgestellt hat: »Im Kommunismus – eine wissenschaftliche Gewissheit, obwohl noch nicht geschehen – wird die Identität des Individuums und seines Schicksals mit der Gattung zurückerobert, nachdem innerhalb der Menschheit alle Grenzen und Trennungen wie: Familie, Rasse und Nation beseitigt worden sind. Nach diesem Sieg endet jede Furcht vor dem persönlichen Tod; erst dann verschwindet jeglicher Kult des Lebendigen und des Toten, da sich die Gesellschaft zum ersten Mal auf der Basis des Wohlseins, der Freude und der Reduzierung des Schmerzes, des Leides und des Opfers auf ein rationales Minimum organisiert und der harmonischen Abfolge der Generationen – naturwüchsige Bedingung der Prosperität der Gattung – jeglichen mysteriösen und unheimlichen Charakter genommen hat.«
Was für eine aparte Koalition, ein utopischer Sozialist, ein russischer Anarchist der Jahrhundertwende, ein italienischer Kommunist, der für seine vehemente Ablehnung aller anarchistisch-syndikalistischer-»rätistischer« Strömungen berüchtigt war! Aber nein, es kann gerade nicht das Ziel sein, eine Koalition zu schmieden, in dem man in der Tat unvereinbare Theoretiker zusammenschweißt und gerade dadurch das jeweils Beste an ihnen tilgt. Vielmehr gilt es eine gemeinsame Idee festzuhalten, eben die Einheit der Gattung, die Verteidigung des Kollektivs als Glück.

Die Abenteuer der Dialektik

Das rauschhaft-poetische der Hegelschen Sprache – und ein großer Teil des uns Überlieferten ist nicht von Hegel geschrieben worden, sondern stellt Vorlesungsnachschriften seiner Schüler dar – rührt her von Hegels ständigem euphorisierten Zustand, in den er sich mit Hilfe von Schnupftabak zu versetzen verstand.

Daß Hegels Weinrechnungen bei der Firma Gebr. Ramann in Erfurt, die auch Goethe belieferte, höher waren als seine Bücherrechnungen bei der Nicolai’schen Buchhandlung zu Berlin, ist bekannt1, bekannt ist auch, daß seine Kollege Arthur Schopenhauer, des aufgedunsenen Gesichts wegen, von Hegels »Bierwirtsphysiognomie«2 sprach. Weniger bekannt hingegen ist, daß zu jener Zeit der Schnupftabak, dem Hegel kräftig zusprach, mit Cannabis versetzt war und damit eine rauschhafte Wirkung hatte. Dadurch besfand sich Hegel ständig in einem euphorisierten Zustand, der sichtbaren und hörbaren Einfluß auf seine Sprache gehabt haben muß. Während seiner Vorlesungen schnupfte er so kräftig, daß die Reste auf dem Katheder ausreichten, um seine Hörer zu erfrischen.

Der Hauptangriffsort des Tetrahydrocannabinol (C21H30O2), des Wirkstoffs jener Pflanze, die den Namen Cannabis indica trägt, ist das Großhrin und das Limbische System, dem psychische und psychosomatische Reaktionen zugesprochen werden. Die somatischen Symptome bestehen in der Zunahme der Pulsfrequenz, Rötung der Konjunktiven und Trockenheit des Mundes. Die psychischen Symptome sind individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt. Im Vordergrund steht eine Änderung der Bewußtseinslage, Änderung des Raum- und Zeitempfindens, Ideenflucht, Euphorie, bei hoher Dosis Halluzinationen.

Walter Benjamin hatte unter ärztlicher Aufsicht Haschisch-Experimente durchgeführt. Die schriftlichen Aufzeichnungen, die er während des Rausches machte, zeigen eine überaus bildreiche, poetische Sprache. Am 18. Dezember 1927 notierte Benjamin: »Man geht die gleichen Wege des Denken wie vorher. Nur sie erscheinen mit Rosen bestreut.«3 Und in den »Crocknotizen« schreibt er: »Der Opiumraucher und der Haschischesser erfährt die Kraft der Blickes, hunderte Orte aus einer Stelle zu saugen.«4

»Hunderte Orte aus einer Stelle zu saugen« – ist das die Umwertung, die positive Wendung dessen, was der Psychologe als »Ideenflucht«, als Insuffizienz des Denkziels, das immer verloren geht, zu beschreiben pflegt? So scheint es; der Ariadne-Faden des Denkens wird nicht aufgewickelt, sondern abgespult. Nicht das Knäuel, das mehr oder minder nur Signum der bornierten Gewißheit ist, sondern der Verlauf des Fadens ist das Abenteuer des Denkens:

»Man müßte, um den Rätseln des Rauschglücks näher zu kommen, über den Ariadne-Faden nachdenken. Welche Lust ist in dem bloßen Akt, einen Knäuel abzurollen. Und diese Lust ganz tief verwandt mit der Rauschlust wie mit der Schaffenslust. Wir gehen vorwärts; wir entdecken dabei aber nicht nur die Windungen der Höhle, in die wir uns vorwagen, sondern genießen dieses Entdeckerglück nur auf dem Grunde jener anderen rhythmischen Seligkeit, die da im Abspulen eines Knäuels besteht. Eine solche Gewißheit vom kunstvoll gewundenen Knäuel, das wir abspulen – ist das nicht das Glück jeder, zumindest prosaförmigen, Produktivität? Und im Haschisch sind wir genießende Prosawesen höchster Potenz.«5

So mancher poetischer Mystizismus – so dürfen wir folgern – rührt nicht vom Griff in den Bücherschrank her, wo Jacob Böhmes werk stand, sondern vom Griff zur Schnupftabakdose.

  1. Vgl. Günther Nicolin, »Verlorenes aus Hegels Briefwechsel«, in: Hegel-Studien, Bd.3, Bonn 1965, S.80f. [zurück]
  2. Arthur Schopenhauer, Werke, Band V, Darmstadt 1968, S.752 [zurück]
  3. Walter Benjamin, »Über Haschisch«, hrsg. von T. Rexroth, Frankfurt a.M. 1972, S.68 [zurück]
  4. Ebd., S.61 [zurück]
  5. W. Benjamin, »Haschisch in Marseille«, in: »Über Haschisch«, a.a.O., S.51 [zurück]

Aus: »Hegel-Spiele«, hrsg. von Heiner Höfener, München 1977, Rogner & Bernhard, S 58ff.
(Das Büchlein enthält die entzückenden zeitgenössischen Komödien: »Der von Hegel’scher Philosophie durchdrungene Schuster-Geselle oder der absolute Stiefel« von Fr. Ludw. Lindner. – »Die Winde oder ganz absolute Konstruction der neuern Weltgeschichte durch Oberons Horn«, gedichtet von Absolutulus von Hegelingen. – »Das Centrum der Speculation« von Karl Rosenkranz.)