Hegel: Begriffsbestimmung des Geistes

Die Begriffsbestimmung des Geistes schließt die beiden Fragen ein, woher er kommt und wohin er geht – doch dann zeigt sich, daß eben diese beiden Fragen es allein wahrhaftig sind, durch welche erkannt wird, was er IST./ Wo er herkommt, – es ist von der Natur; wo er hingeht, – es ist zu seiner Freyheit. Was er IST, ist eben diese Bewegung selbst von der Natur sich zu befreyen. Diß ist sosehr seine Substanz selbst, daß man von ihm nicht als einem so feststehenden Subjecte sprechen darf, welches diß oder jenes thue und wirke, als ob solche Tätigkeit eine Zufälligkeit, eine Art von Zustand wäre, ausser welchem es bestehe, sondern seine Tätigkeit ist seine Substantualität, die Actuosität ist sein Seyn.

(G.W.F. Hegel, Fragment zur »Philosophie des subjektiven Geistes«, Berlin, ca. 1822, im zweiten Teil der »Berliner Schriften« u.a. bei Suhrkamp erhältlich)